Materialaufbereitung auf der Baustelle

Ein Aufwand, der sich ökologisch und ökonomisch lohnt

Früher fanden hier auf hügeligem Gelände Kampfübungen statt. Heute ist das Areal des Waffenplatzes in Thun mehrheitlich flach. Nur in einem Bereich türmen sich im November 2021 Materialberge – feinsäuberlich getrennt nach Körnung und Beschaffenheit. Das Kästli-Team hat saubere Arbeit geleistet: Während eines Monats durchliefen täglich 500 Kubikmeter Aushub die Trommelsiebanlage.

2021 wurde dieses Bauprojekt gestartet. Bereits 2023 werden auf dem neuen Waffenplatz statt Materialdepots drei grosse Panzerhallen stehen.

Kästli Bau ist beim Projekt «Waffenplatz Thun» an zwei Losen beteiligt: Im Los 1 ist das Erstellen der Baugrube und in einem weiteren Los sind die Umgebungsarbeiten enthalten. In einem ersten Schritt wurde das hügelige Terrain abgesenkt. Ganze 50’000 Kubikmeter wird der Aushub über das knapp 40’000 m2 grosse Areal hergegeben. Ein Teil davon war qualitativ hochwertiger Boden, der mithilfe einer Trommelsiebanlage und durch eine saubere Triage für die Wiederverwendung aufbereitet wurde. Der Boden, der später das Gewicht tonnenschwerer Panzer tragen muss, verlangte nach besonderer Aufmerksamkeit. Anders als erwartet war die Humusschicht mit sehr vielen Fremdkörpern durchsetzt und hat sich mit den Jahren auch mit dem kiesigen Untergrund vermischt. «Das abgetragene Material von Wurzelstöcken und Gesteinsbrocken zu befreien, ist zeitaufwendig, ergibt jedoch sowohl aus ökonomischer als auch ökologischer Sicht Sinn», erklärt Bauführer Thomas Schwab. «Das gesiebte Erdmaterial wird direkt vor Ort oder auf nahen Baustellen wiederverwendet. Transportwege fallen weg, oder sind nur kurz. Organische und andere Verunreinigungen werden fachgerecht entsorgt. Sortenreine Materialien nehmen Deponien zu günstigeren Konditionen entgegen.»

Marcel Vetsch | Geschäftsbereichsleiter Rückbau + Aushub

Im April 2021 hat Marcel Vetsch (*1978) die Leitung des Geschäftsbereichs Rückbau+Aushub übernommen. Er gehört seit 2015 zum Team und kennt die Kästli Bau AG gut. Seine Freude am Organisieren und Planen von Baustellen entdeckte er bereits in jungen Jahren. 2001 nahm der gelernte Maurer die Ausbildung zum Baupolier in Angriff. 10 Jahre später absolvierte er die Ausbildung zum Techniker HF Bauführung und betreute Baugruben, Rückbau- und Strassenbauprojekte. Im Rahmen seiner Anstellung bei Kästli hat er zusätzlich die Ausbildung zum Baumeister gemacht. Marcel Vetsch freut sich über seine neue Position: «Es ist schön, dass ich mein ganzes Wissen weiter für Kästli einsetzen kann.» Seine Freizeit verbringt der Reutiger am liebsten mit seiner Familie, mit Rad-, Snowboard- oder Skifahren.

Sobald die Untergeschosse der Gebäude fertig sind, kümmert sich das Team von Kästli Bau um das Hinterfüllen und das schichtweise Verdichten der Bauelemente und Leitungskanäle, die von der Firma Frutiger gestellt werden. Projektleiter Torben Wolfgram ist zufrieden: «Hierfür können wir auf das vor Ort aufbereitete Material zurückgreifen.» Nur ein kleiner Teil frostsicherer Rohstoffe muss von aussen zugeführt werden. Diese bilden ganz am Schluss die Fundationsschicht unter den Asphalt-Belägen.

Die Umgebungsarbeiten in einem separaten Los gehören ebenfalls zu den Aufgaben des Kästli-Teams: Um die Bäume entlang der Allmendstrasse zu schützen, wurde ein Wurzelvorhang eingesetzt. Auch die Versickerungsanlagen rund um das Gelände, sämtliche Beläge und die Rekultivierung von rund 18’000 m2 gehören zum Auftrag. Bei der Ansaat und der Bepflanzung wird das Team von einem Subunternehmer unterstützt. Die grossflächige Baustelle stellt das Team von Kästli vor Herausforderungen: Es gilt, sehr viel Material zu bewegen. Eine gute Planung ist unabdingbar. Nicht alle aufbereiteten Stoffe bleiben hier auf Platz. Es sind einfach zu viele. Deshalb arbeitet das Baustellenteam eng mit der Kästli-Materialbewirtschaftung zusammen. Dieses kümmert sich um die Koordination mit anderen Kästli-Baustellen, klärt Bedürfnisse ab und plant die Transporte und Materialeinsätze regional. Das Bauprojekt «Waffenplatz Thun» ist ein gutes Beispiel für eine Kreislaufwirtschaft: «Am Ende haben wir ein ökonomisch und ökologisch optimales Ergebnis und verschwenden keine Ressourcen.»

Projektkennzahlen (gerundet)

Aushub erstellen
Oberboden-Depot anlegen
Wurzelvorhang erstellen
Auffüllungen
Abfuhr überschüssiges Aushubmaterial
Entwässerungsrohre verlegen
Kabelschutzrohre verlegen
Randabschlüsse versetzen
Walzasphaltbeläge
Begrünte Fläche anlegen
Unterboden anlegen
Oberboden anlegen

50’000 m3
4’000 m3
350 m2
25’000 m3
28’000 m3
1’200 m
3’000 m
1’400 m
13’000 m2
18’000 m2
4’500 m3
2’700 m3

Ihre Ansprechpartner

Thomas Schwab
Bauführer
Tel. +41 31 939 31 49
E-Mail

Torben Wolfgram
Projektleiter
Tel. +41 31 939 31 16
E-Mail

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